Infos und Archiv

Geschichte des Turnens

Abteilung Turnen

Mit dem Bau der Festhalle im Jahr 1954 wurde auf Initiative von Gotthard Schönherr die Turnabteilung wieder neu ins Leben gerufen.

Von Beginn an wurde das Turnen, sowohl für Mädchen als auch Jungen, angeboten.

Bereits mit der Gründung der Turnabteilung wurde zweimal wöchentlich trainiert.

Begonnen hat man mit einem kleinen Kontingent an Geräten, so hatte man zum Beispiel einen Uraltbarren und einen alten Barren, der jedoch durch einen Neuanstrich aufbereitet wurde. Ferner standen der damaligen Turnabteilung 3-4 kleine blaue Matten, ein Pferd, ein Kasten, ein Steckreck, ein Spannreck (konnte lediglich auf der Bühne aufgestellt werden), Ringe (diese mussten zuerst auf der Bühne eingehängt werden), ein Stahlfedersprungbrett sowie eine Strohmatte zur Verfügung. Das Spannreck konnte damals Roland Hoch vor der Verschrottung bewahren. Seit einigen Jahren wird über die Sommermonate das Reck im Garten eines noch aktiven Turners aufgestellt und immer noch daran geturnt.

Bereits mit dem damaligen Neubeginn wurden regelmäßig, die bis heute durchgeführten Gaukindertreffen besucht, wobei man auch äußerst gute Platzierungen verzeichnen konnte.

Im Jahr 1957 fand ein solches Gaukindertreffen auch in der Gemeinde Dotternhausen statt.

Unter der Regie von Gotthard Schönherr wurden auch Vergleichskämpfe mit anderen Vereinen durchgeführt.

Die Turnabteilung wurde bis zum Jahr 1958 von Gotthard Schönherr geleitet. Es begann dann bereits im Jahr 1957 ein fließender Übergang zum neuen, damals 14-jährigen Anton Burkhardt.

Ab dem Jahr 1958 wurde die Turnabteilung durch Anton Burkhardt geleitet.

Zu erwähnen ist noch, dass zu den Zeiten des Gotthard Schönherr eine Turnstunde, jeweils mit dem damals traditionellen Antreten, begann und mit den Worten „Wir schließen die Turnstunde mit einem dreifachen Gut Heil“ endete.

Dies ist ein deutliches Zeichen für die damals herrschende Disziplin, welche intensiv gepflegt wurde.

Auch unter der Leitung von Anton Burkhardt wurden die Gaukindertreffen sowie das Gauturnfest regelmäßig besucht. Dies auch deshalb, da das Gaukindertreffen und das Gauturnfest zum damaligen Zeitpunkt der absolute Höhepunkt und eine der wenigen Wettkampfmöglichkeiten war.

Bei diesen Gaukindertreffen war es Tradition, dass der ausrichtende Verein bzw. die Gemeinde die am Fest teilnehmenden Kinder über die Mittagszeit in Privathaushalten unterbrachte und dort verköstigte.

Von Anton Burkhardt konnte in Erfahrung gebracht werden, dass man anfangs immer mit einem Bus und später dann mit privatem Pkw zu diesen Kindertreffen fuhr.

Zur damaligen Zeit trug man selbstgenähte Turnhosen aus Leinen. Ferner wurde eine selbst genähte Fahne mit dem Turnerzeichen „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei“ bei jedem Wettkampf mitgeführt.

Aus der Zeit von Anton Burkhardt sind die damals sehr beliebten Herbstabturnen vielen Einwohnern sicherlich ein Begriff und in positiver Erinnerung.

Diese Herbstabturnen wurden aus finanziellen Gründen zur Beschaffung neuer Geräte ins Leben gerufen. Ziel war es auch, der Bevölkerung und den Eltern der Turner und Turnerinnen zu zeigen, was im Training erlernt werden konnte. Bei den jeweiligen Herbstabturnen führte jede Gruppe an den verschiedensten Geräten entsprechende Turnelemente vor. Anschließend gab es fast immer eine Tanz sowie zum Schluss eine Theateraufführung und Tombola.

Diese Veranstaltungen erfreuten sich größter Beliebtheit und waren stets gut besucht.

Bereits von Beginn an war es das erstrebte Ziel, nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten, sondern auch korrekte Körper- und Bewegungsschulung zu vermitteln. Gefördert wurde ebenfalls das leitungsorientierte Turnen, was bis heute Bestand hat.

Ende der 70er Jahre wurde Gau weit mit der Einführung der Rundenwettkämpfe mit Beteiligung der Turnabteilung des SV Dotternhausen begonnen. So wurde man den Bestrebungen des leistungsorientierten Turnens gerecht.

So wurde auch auf Anregung des Turnmotors des Turngau Zollern-Schalksburg, Dieter Baier aus Schömberg ein Stützpunkttraining begonnen. Hier war es jedem Verein möglich, seine Turner hinzusenden, welche dann zunächst einer Körperbesichtigung mit Punktevergabe unterzogen wurden. Entsprechend der Beurteilung wurde dann mitgeteilt, ob ein Stützpunkttraining für den betreffenden Turner sinnvoll war oder nicht.

Dieses Stützpunkttraining, welches zum heutigen Zeitpunkt bereits mehr als 2 Jahre Bestand hat, musste damals mangels Interesse nach kürzester Zeit wieder abgesetzt werden.

Die Turnabteilung war auch unter der Leitung von Anton Burkhardt und dessen Frau Monika in gesellschaftlichem bzw. kameradschaftlichem Teil sehr aktiv. So wurden zum Beispiel im Jahre 1979/80 Vereinsmeisterschaften sowie verschiedene Ausflüge und Feste durchgeführt.

Zum Hochreckturnen auf der Bühne der Festhalle ist noch zu erwähnen, dass der eine oder andere Turner bedingt durch seine Körpergröße die Riesenfelge mit gleichzeitigem Laufen entlang der Decke absolvieren konnte.

Mit der Übernahme der Leitung durch Anton Burkhardt im Alter von 14 Jahren, bekam dieser schriftlich von damaligen Bürgermeister mitgeteilt, dass das Duschen in der Festhalle nur abwechselnd, wöchentlich einmal Männer und einmal Frauen erlaubt war.

Die Höchstzahl der zu trainierenden Kinder lag bei 128 Mädchen und Jungen. Diese wurden damals von Anton und Monika Burkhardt trainiert.

Mit dem Bau der neuen Sporthalle wurden optimale Voraussetzungen für den Turnsport geschaffen.

Anton Burkhardt legte im Jahr 1983 sein Amt als Abteilungsleiter nach 25jähriger Amtszeit nieder.

Nach diesem sehr einschneidenden Ereignis fand zunächst unter der Leitung von Ingeborg Schatz eine Neuorientierung und Strukturierung mit anfangs wenigen Turnkindern statt.

Unter der zunächst kommissarischen Leitung von Gerd Schatz ging es durch dessen Engagement mit der Turnabteilung stetig Berg auf.

Durch Intensivierung der Trainingsarbeit unter Initiative von Gerd Schatz entwickelte sich eine sehr erfolgreiche Mannschaft von Jugendturnen, deren Erfolge für die heutige Turnerjugend Vorbildfunktion hatte nun noch hat.

Es handelt sich hier um die Turner Volker Späth, Armin Schmidt, Hüseyin Duyar, Christian Künstle und Elvir Mustafic.

Diese Turner erzielten als Mannschaft in den jeweiligen Altersklassen von 1985 bis 1986 insgesamt 6 Kreismeistertitel und waren folge dessen für das jeweilige Landesfinale qualifiziert. Dort konnte nach 6-maligem Anlauf 1990 der wohl bislang größte Erfolg dieser Mannschaft mit dem Sieg der Württembergischen Landesmeisterschaft im Geräteturnen erzielt werden. Außer diesen sehr beachtlichen Mannschaftserfolgen waren diese Turner auch als Einzelstarter sehr Erfolgreich. So konnten sich Armin Schmidt und Hüseyin Duyar beim 58. Landesturnfest in Heilbronn 1989 beim Dt. Sechskampf (3 Turn- und 3 Leichtathletikdisziplinen) für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften qualifizieren.

Insgesamt 4 Teilnehmer waren aus Baden-Württemberg für diese Meisterschaften qualifiziert und davon stammten 2 aus Dotternhausen.

Bei den Dt. Mehrkampfmeisterschaften belegte Armin den 7. und Hüseyin den 13. Platz.

Ferner erzielten die Turner bei zahlreichen Pokal- und Meisterschaftsturnen vordere und vorderste Plätze.

Diese Erfolge waren nur durch konsequentes Training möglich. Gerd Schatz demonstrierte eindrucksvoll, was auch eine kleine Abteilung zu leisten im Stande war.

Diese Art der Trainingsform hat sich bis zum heutigen Tag bewährt und wird nach wie vor, jetzt bereits wieder mit der jüngeren Generation durchgeführt.

Unter der Leitung von Rolf Schatz hat sich wieder eine sehr schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft herauskristallisiert, die ihren Vorbildern sehr eindrucksvoll nachstreben.

Die momentane Anzahl von Kindern sind ca. 70 – 80, werden von insgesamt 11 Übungsleitern in 11 Gruppen 2-mal wöchentlich trainiert. Außer dem vereinseigenen Trainingsangebot nehmen 10 Jugendturner am Stützpunkttraining in Schömberg beim dortigen Stützpunkttrainer Martin teil.

Auch, wie schon zu Zeiten von Anton Burkhardt, wird die Kameradschaft und das Miteinander neben dem leistungs- und breitensportorientierten Turnen sehr groß geschrieben.

Es wurden und werden zahlreiche Unternehmungen, Feste und Ausflüge, die zum Erhalt der Kameradschaft beitragen, durchgeführt. Auch gelang es nicht zuletzt durch die guten Voraussetzungen in der Dotternhausener Sporthalle, hochklassige Wettbewerbe und Turner nach Dotterhausen zu holen.

Nach 4-jähriger Amtszeit Gerd Schatz wurde Turnabteilung im Jahr 1988 von Frank Göbel übernommen, der bis heute die Leitung der Turnabteilung unter sich hat.

Eines der größten Erlebnisse für einen Teil der Aktiven und Jugendturner war die Teilnahme am Dt. Turnfest in Dortmund/Bochum vom 27.5.-3.6.1990.

Anzufügen ist noch, dass ein Großteil der heutigen Übungsleiter bei Anton Burkhardt das Turnen erlernte.

Die Turnabteilung des SV Dotternhausen ist heute mit einer der erfolgreichsten im Turngau Zollern-Schalksburg. Viel gelobt ist die bewährte und erfolgreiche Jugendarbeit.

Man verbesserte stets das Wissen der Übungsleiter durch das Besuchen zahlreicher Lehrgänge und Seminare.

Die Turnabteilung wird geführt von Peter Seifriz. Sportlicher Leiter und Motor allen voran ist ohne Zweifel Manuel Thomas.