Abteilung Turnen

Den Grundstock für das 100- jährige Jubiläum wurde 1918 gelegt - an dem die damaligen Fußbäller und Turner maßgeblich verantwortlich waren. Die damalige Gründungszeit unter dem NS-Regime war äußerst ungünstig, obwohl Dotternhausen von der Revolution nicht direkt betroffen war.

Der damals in Dotternhausen aufgewachsener Franz Eckstein (1914-1999) zählte zu den Gründern und Motoren des Turnsports, der bis heute stets vorangetrieben und weiterentwickelt wurde. Dessen Sohn Martin und wiederum seine beiden 26 Jahre alten Söhne Michael und Leandro Eckstein begeistern sich heute noch in dritter Generation für den Turnsport und gehören heute zu den aktiven Leistungsträgern der Dotternhausener und Schömberger Verbandsligaturnern. Geturnt wurde in Dotternhausen schon seit 1927. Erster Turnwart war Heinrich Fünfer. Franz Eckstein, Lukas Merz, Robert Rebstock, Paul Uttenweiler, Albert Wochner, Georg Töpfer und der heute in Dotternhausen wohnende Anton Burkhardt stellten damals, wo heute noch das Raiffeisenbank Gebäude steht, ein selbstgebasteltes Reck und Barren auf. In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 erlosch das Vereinsleben, welches jedoch wiederum am 19. Januar 1947 in der „Traube“ wiedergegründet wurde.

Bild:
Das Bild zeigt die Turner der damaligen Zeit. WER DIE NAMEN KENNT - BITTE BEI GERD SCHATZ MELDEN.

Mit dem Bau der Dotternhausener Festhalle im Jahre 1954 wurde auf Initiative von Gotthard Schönherr die Turnabteilung wieder neu ins Leben gerufen.

Zu dessen Zeiten wurde jede Turnstunde jeweils mit dem damaligen Antreten begonnen und mit den Worten „Wir schließen die Turnstunde mit einem dreifachen gut Heil“ beendet.

Die damalige Ziele waren nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten, sondern auch korrekte Körper- und Bewegungsschulung zu vermitteln, gefördert wurde neben dem Breitensport ebenso das leistungsorientierte Wettkampfturnen, was heute noch Bestand hat.

Die Dotternhausener Turner und Turnerinnen besuchten schon damals regelmäßig das bis heute noch bestehende Gaukinderturnfest, welches im Jahre 1957 auch in der Gemeinde stattfand.Tradition war es ebenfalls bei diesen Gaukindertreffen, dass der ausrichtende Verein bzw. die Gemeinde die am Fest teilnehmenden Kinder über die Mittagszeit beherbergte bzw. verköstigte.

Gotthard Schönherr leitete die Turner bis zum Jahr 1958, doch bereits im Jahr 1957 begann ein fließender Übergang zum neuen Abteilungsleiter Anton Burkhardt.

Viele können sich heute noch an den 74 jährigen wohnenden Dotternhausener Bürger positiv erinnern, der mit seinen traditionellen Herbstabturnen in der Festhalle zum Gemeindewohl beitrug. Mädchen und Buben konnten zeigen, was sie übers Jahr erlernt hatten, einen Tanz sowie eine Theateraufführung erfreuten sich ebenfalls größter Beliebtheit. Durch Anton Burkhardt und dessen Ehefrau Monika wurden zeitweise 128 Mädchen und Jungen trainiert.

Auch unter der Leitung von Anton Burkhardt wurden die Gaukindertreffen sowie das Gauturnfest regelmäßig besucht. Dies auch deshalb, da das Gaukindertreffen und das Gauturnfest zum damaligen Zeitpunkt der absolute Höhepunkt und eine der wenigen Wettkampfmöglichkeiten war.

Bei diesen Gaukindertreffen war es Tradition, dass der ausrichtende Verein bzw. die Gemeinde die am Fest teilnehmenden Kinder über die Mittagszeit in Privathaushalten unterbrachte und dort verköstigte.

Bild:
Das Bild zeigt die Turnabteilung im Jahr ca, 1974 auf dem Festumzug in Burladingen.
Der Täfel Buba ist Kai Seifert. Erste Reihe ganz links ist Elmar Hahn, Gerd Schatz, Bernd Hahn, unbekannt, dann Anton Burkhardt. Hinter Anton läuft Michael Göbel.
Links hinter Anton ist Andreas Brenner, ganz links hinten läuft Frank Effinger.

Von Anton Burkhardt konnte in Erfahrung gebracht werden, dass man anfangs immer mit einem Bus und später dann mit privatem Pkw zu diesen Kindertreffen fuhr.

Diese Herbstabturnen wurden aus finanziellen Gründen zur Beschaffung neuer Geräte ins Leben gerufen. Ziel war es auch, der Bevölkerung und den Eltern der Turner und Turnerinnen zu zeigen, was im Training erlernt werden konnte. Bei den jeweiligen Herbstabturnen führte jede Gruppe an den verschiedensten Geräten entsprechende Turnelemente vor. Anschließend gab es fast immer eine Tanz sowie zum Schluss eine Theateraufführung und Tombola.

Diese Veranstaltungen erfreuten sich größter Beliebtheit und waren stets gut besucht.

Bereits von Beginn an war es das erstrebte Ziel, nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten, sondern auch korrekte Körper- und Bewegungsschulung zu vermitteln. Gefördert wurde ebenfalls das leitungsorientierte Turnen, was bis heute Bestand hat.

Ende der 70er Jahre wurde Gau weit mit der Einführung der Rundenwettkämpfe mit Beteiligung der Turnabteilung des SV Dotternhausen begonnen. So wurde man den Bestrebungen des leistungsorientierten Turnens gerecht.

So wurde auch auf Anregung des Turnmotors des Turngau Zollern-Schalksburg, Dieter Baier aus Schömberg ein Stützpunkttraining begonnen. Hier war es jedem Verein möglich, seine Turner hinzusenden, welche dann zunächst einer Körperbesichtigung mit Punktevergabe unterzogen wurden. Entsprechend der Beurteilung wurde dann mitgeteilt, ob ein Stützpunkttraining für den betreffenden Turner sinnvoll war oder nicht.

Dieses Stützpunkttraining, welches zum heutigen Zeitpunkt bereits mehr als 2 Jahre Bestand hat, musste damals mangels Interesse nach kürzester Zeit wieder abgesetzt werden.

Die Turnabteilung war auch unter der Leitung von Anton Burkhardt und dessen Frau Monika in gesellschaftlichem bzw. kameradschaftlichem Teil sehr aktiv. So wurden zum Beispiel im Jahre 1979/80 Vereinsmeisterschaften sowie verschiedene Ausflüge und Feste durchgeführt.

Zum Hochreckturnen auf der Bühne der Festhalle ist noch zu erwähnen, dass der eine oder andere Turner bedingt durch seine Körpergröße die Riesenfelge mit gleichzeitigem Laufen entlang der Decke absolvieren konnte.

Mit der Übernahme der Leitung durch Anton Burkhardt im Alter von 14 Jahren, bekam dieser schriftlich von damaligen Bürgermeister mitgeteilt, dass das Duschen in der Festhalle nur abwechselnd, wöchentlich einmal Männer und einmal Frauen erlaubt war.

Zur damaligen Zeit trug man selbstgenähte Turnhosen aus Leinen. Ferner wurde eine selbst genähte Fahne mit dem Turnerzeichen „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei“ bei jedem Wettkampf mitgeführt.

 

Im Jahre 1983 legte Burkhardt nach 25 jähriger Amtszeit seine Tätigkeit als Abteilungsleiter nieder.

Nach diesem einschneidenden Ereignis fand zunächst eine Neuorientierung unter der Leitung von Ingeborg Schatz statt, aufgrund deren kurze Amtszeit durch ein Auslandssemester nach Seattle ihr Bruder Gerhard Schatz die Turnabteilung von 1985 bis 1987 führte.

Durch Intensivierung der Trainingsarbeit unter Initiative von Gerd Schatz entwickelte sich eine sehr erfolgreiche Mannschaft von Jugendturnen, deren Erfolge für die heutige Turnerjugend Vorbildfunktion hatte nun noch hat.

Es handelt sich hier um die Turner Volker Späth, Armin Schmidt, Hüseyin Duyar, Christian Künstle und Elvir Mustafic.

Diese Turner erzielten als Mannschaft in den jeweiligen Altersklassen von 1985 bis 1986 insgesamt 6 Kreismeistertitel und waren folge dessen für das jeweilige Landesfinale qualifiziert. Dort konnte nach 6-maligem Anlauf 1990 der wohl bislang größte Erfolg dieser Mannschaft mit dem Sieg der Württembergischen Landesmeisterschaft im Geräteturnen erzielt werden. Außer diesen sehr beachtlichen Mannschaftserfolgen waren diese Turner auch als Einzelstarter sehr Erfolgreich. So konnten sich Armin Schmidt und Hüseyin Duyar beim 58. Landesturnfest in Heilbronn 1989 beim Dt. Sechskampf (3 Turn- und 3 Leichtathletikdisziplinen) für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften qualifizieren.

Insgesamt 4 Teilnehmer waren aus Baden-Württemberg für diese Meisterschaften qualifiziert und davon stammten 2 aus Dotternhausen.

Bei den Dt. Mehrkampfmeisterschaften belegte Armin den 7. und Hüseyin den 13. Platz.

Ferner erzielten die Turner bei zahlreichen Pokal- und Meisterschaftsturnen vordere und vorderste Plätze.

Diese Erfolge waren nur durch konsequentes Training möglich. Gerd Schatz demonstrierte eindrucksvoll, was auch eine kleine Abteilung zu leisten im Stande war.

Diese Art der Trainingsform hat sich bis zum heutigen Tag bewährt und wird nach wie vor, jetzt bereits wieder mit der jüngeren Generation durchgeführt.

Durch seine Intensivierung der Trainingsarbeit entwickelte sich eine sehr erfolgreiche Mannschaft von Jugendturnern, deren Erfolge für die heutige Turnerjugend nach wie vor Vorbildfunktion hat.

Im Sog dieser Turner entwickelte sich unter der Leitung von Dieter Merz und Rolf Schatz eine weitere Mannschaft, die seit 1990 in den jeweiligen Altersklassen Erfolge wie mehrere Kreismeistertitel und Landesfinalteilnahmen erreicht wurden.

Der damaligen Jugendturner Manuel Thomas kristallisierte sich damals heraus und blieb bis heute den Dotternhausener als erfolgreicher Jugendtrainer erhalten. Ein neuer Abteilungsleiterwechsel fand im Jahre 1988 bis 1997 durch Frank Göbel statt. Unter seiner Regie feierte die Turnabteilung mit dem SVD im Jahre 1993 sein 75jähriges Jubiläum.

Von 1998 – 2001 steuerte Dieter Merz das „Turnerschiff“, welches im Anschluss für drei Jahre vakant war.

Die Turner waren in dieser Zeit führungslos bis Christine Eichstädt von 2005 – 2012 die Turnabteilung wiederum in geordnete Bahnen lenkte und dies spürbar mit Erfolg. Peter Seifriz übernahm im Jahre 2013 das Zepter in die Hand mit voller Kraft ins anstehende Jubiläumsjahr 2018.

Unterstützt wird er von seinen beiden Söhnen Tobias und Sebastian Seifriz sowie einem weiteren jungen Frauen und Männerteam. In der Mädchenriege ist ebenfalls wieder der Funke zur Wettkampfbeteiligung übergesprungen, wobei Maren Mendler hierfür maßgeblich verantwortlich ist. Teilnahme an Gauturn-, Gaukinderturnfeste, Gaueinzelmeisterschaften Geräteturnen, Jugendmehrkämpfe, Ligaturnen sind heute wiederum fester Bestandteil in der rührigen Turnabteilung unter Abteilungsleiter Peter Seifriz.

Turnen  ist heute mehr - mehr als nur Disziplin, mehr als nur Übung zum Wettkampfturnen. Turnen ist schon fast ein Lebensgefühl- oder was vielleicht sogar treffender ist: Turnen ist heute schon wieder "Lifestyle“.  Es stehen Koordination, Beweglichkeit, allgemeine Kräftigung und vor allem der Spaß an der Bewegung im Vordergrund, gepaart mit Kraft und Ausdauer. Die Dotternhausener Turnerjugend drückt mit ihrem Banner aus: „Turnen ist inn“ oder wie es schon die alten Turnväter ausdrückten: Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei!

 

 

Die Turnabteilung wird geführt von Peter Seifriz.

Sportlicher Leiter und Motor allen voran ist ohne Zweifel Manuel Thomas.  

 

Bild:
Das Bild zeigt Manuel Thomas und die aktiven Verbandsligaturner (Flitzpipe 1 bis 5)

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